Winter, leichter Frost – ideal für einen Spaziergang um den Vahrer See.
Die Wege sind gefroren. Das ist gut. Ein Glücksfall, sozusagen. Endlich können Menschen, die „nicht mehr so gut zu Fuß sind“ auch mal den See umrunden. Kleine Runde oder große Runde – ein weiterer Glücksfall sind die Pfützen, die großen Matschflächen, denn sie sind (vorübergehend) verschwunden. Dank dem Frost.
Sehenswert ist jetzt der See. Mit Enten, Möwen, und manchmal auch mit gefiederten Gästen. Aber der See war doch immer da und auch zu sehen! Ja, da war er, zu sehen aber kaum. 2025 war er an vielen Stellen eben nicht zu sehen. Zugewachsen, so heißt es. Na gut, dann sucht man sich eben eine der wenigen freien Stellen, um aufs Wasser zu sehen.
Freie Stellen gab es übrigens früher mehr. Das erste größer Stück Grünfläche, gleich hinter dem Hanna-Harder-Haus, sah mal gut aus. Zuerst nur das Grün des Rasens. Dann kamen Gärtner. Eine Blühwiese sollte entstehen. Tatsächlich sah das danach - in den ersten Jahren - gut aus. Immer neue Pflanzen und Blüten erfreuten das Auge den ganzen Sommer über. Dann kam 2025 – ein Jahr der Veränderungen – auch auf der „ehemaligen“ Blühwiese. Insekten und Co. mögen sich gefreut haben – für Menschen war das Ganze eher abstoßend. Ein Stück verkommenes Irgendwas. Nicht anders sah es zwischen den beiden Seeteilen aus. Dank den Gärtnern wurde der größte Teil des Unkrauts beseitigt. Dagegen hat das Schild vor dem kleinen Hügel, gegenüber dem Ende der Bürgermeister-Reuter-Straße, seine Versprechungen nicht gehalten. Oder doch? Zu sehen war jedenfalls nichts. So war es 2025 auch bei allen „neu“bepflanzten Flächen, wie an der Studentenbrücke, wo es Kräuter geben sollte.
„Der Vahrer See war und ist immer noch wichtig und beliebt. Beim Bau der Neuen Vahr sollte er den Mittelpunkt aufwerten (Prof. Dr. Bernhard Reichow, Mit-Architekt der Neuen Vahr), und er sollte als Abstand zwischen Franz-Schütte-Allee und Wohnbebauung dienen. Damit nicht genug: Die Autobahnbauer freuten sich, dass sie den Sand für den Autobahnbau nutzen durften. Allgemeine Freude also. Doch nicht genug damit: Die Ingenieure vom Heißkraftwerk begehrten den See ebenso. Sie benötigten ihn, um überschüssiges heißes Wasser in kühleres zu verwandeln. Das alles erfreute schon damals die Enten, die sich gerne in dem angewärmten Wasser tummelten. Und für Liebhaber von Modell-Schiffen war es eine Freude, diese auf dem Wasser als Vahrer-See tauglich vorzuführen. Also: Allseits große Freude.
Große Freude? Ja! Es tauchten plötzlich 100.000 Euro für Erneuerungen des Sees auf. Doch die Freude währte nur kurz, denn die zuständige Behörde hatte keine Zeit, um zu sagen, welche Arbeiten damit gemacht werden sollten. Zur Erinnerung: Kurze davor wurde der große Strategieplan zur Erneuerung des Vahrer See vorgestellt. Auch im Winter kann man überall erkennen: Der Park um den See und der See selbst müssen dringend mehr als nur aufgefrischt werden.
Auffrischen, ja. Mehr ging leider nicht. Ortsamt, Beirat, GEWOBA und manchmal auch Behörde/n schlossen sich in den vergangenen Jahren zu einem „Aktionstag Vahrer See“ zusammen. Es wurde gereinigt, Bänke gestrichen, Sträucher geschnitten und vieles mehr. Bei der letzten Aktion wurde beschlossen, dass auch gepflanzt werden sollte. Dazu gehörte auch der bereits erwähnte Hügel. Und gleich links hinter der Studentenbrücke, die zuvor wilde Fläche mit den großblätterigen Pflanzen. Ein Kräutergarten sollte es werden. Sollte. Bleibt nur zu sagen, dass gepflanzt wurde. Doch dann blieb es bei: sollte.“
(Ein paar kurze Stellen sind aus „Wie wurde die Neue Vahr so beliebt“, Rolf Diehl, Kellner-Verlag)