Taschendiebstahl ist ein globales Phänomen, was besonders in Großstädten und Touristen-Hotspots verbreitet ist, und für Einwohner und Urlauber ein großes Ärgernis darstellt. Besonders gefährdet sind Orte mit hohem Touristenaufkommen, Bahnhöfe, Innenstädte und öffentliche Verkehrsmittel.
Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern vor. Dabei nutzen sie Tricks oder schlagen nach einem selbst verursachten Gedränge zu. Taschendiebe arbeiten fast immer im Team. Oft sind sie zu dritt. Dann lenkt einer das Opfer ab, der zweite zieht die Geldbörse und/oder das Handy aus dessen Tasche und gibt sie dem Dritten, der damit verschwindet. Hintergrund dabei ist: Wird der Täter gefasst, hat er die Beute nicht in seinem Besitz und die Polizei damit kein Beweismittel.
Räumen wir noch mit einer großen Fehleinschätzung auf: Trick- und Taschendiebe haben grundsätzlich keine Skrupel. Daher setzen sie zur Tatbegehung nicht einfach nur Männer und Frauen ein, sondern auch (kleine) Kinder (selbst erlebt!) sowie alte, gebrechliche oder körperlich behinderte Menschen. Das ist besonders perfide, da wir alle so gepolt sind, ausgerechnet Kindern, Alten und Behinderten bedenkenlos Hilfe zu leisten.
Das Repertoire der Taschendiebe ist umfangreich und es gibt immer neue Varianten. Vor professionellen Trick- und Taschendieben ist niemand auf der Welt sicher.
Der Rempel-Trick
Die Täter rempeln ihre Opfer im Gedränge an oder nehmen sie mit Komplizen "in die Zange". Während das Opfer abgelenkt ist, greifen sie oder ihre Komplizen in die Tasche.
Der Drängel-Trick
In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche „griffbereit" anbietet.
Der Stau-Erzeuger-Trick
Sie blockieren die Rolltreppe und lassen das Opfer und andere auflaufen. Während alle nach vorne blicken, bücken sich die Stau-Erzeuger, und ihre Komplizen greifen von hinten in die Tasche des Opfers.
Der Supermarkt-Trick
Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.
Der Scheibenklopfer-Trick
Die Scheibenklopfer klopfen von außen an die Scheibe von Zügen oder Bussen. Komplizen im Waggon entwenden dem abgelenkten Opfer seine Wertgegenstände.
Der Beschmutzer-Trick
Sie bekleckern ihre Opfer "versehentlich". Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das Geld des Opfers aus der Bekleidungstasche (selbst erlebt!).
Der Taschenträger-Trick
„Taschenträger oder -trägerinnen" spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.
Der Geldwechsel-Trick
Ein Täter bittet das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.
Der Bettel-Trick
Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.
Der Kindr-Klau-Trick
Man sitzt gemütlich an einem Tisch, z. B. im Straßencafé. Kleine Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren spielen unscheinbar in der Nähe. Plötzlich ist die Tasche des Stuhls neben einem verschwunden (selbst erlebt!).
Der Blumen-Trick
Sie begrüßen das Opfer freundschaftlich, umarmen es oder stecken ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.
Der Stadtplan-Trick
Jemand fragt nach dem Weg und hält seinem potenziellen Opfer einen Stadtplan vor. Während das Opfer versucht zu helfen und die Karte in beide Hände nimmt, stibitzen die Diebe Portemonnaie oder Handy.
Ein andere Variante: Sie sitzen im Café und haben ihr Smartphone auf den Tisch gelegt, jemand legt einen Stadtplan darüber und fragt nach dem Weg. Unter dem Plan greift der Täter nach dem Smartphone.
Wichtig ist, dass Sie sich überhaupt nicht erst in ein Gespräch verwickeln lassen. Gehen Sie einfach weiter und schenken der Person keine Aufmerksamkeit, oder sagen Sie bestimmend und laut NEIN. Zumeist lassen die Täter dann direkt von den vermeintlichen Opfern ab.
So schützen Sie sich vor Taschendieben
Tragen Sie Geld, Kreditkarten und Papiere möglichst in verschlossenen Innentaschen der Kleidung und dicht am Körper.
Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite (mit der Verschlussseite zum Körper) oder klemmen Sie sie sich unter den Arm.
Legen Sie Geldbörsen nicht oben in die Einkaufstasche, den Einkaufskorb, den Einkaufswagen oder den Transportkorb am Rollator, sondern tragen Sie sie möglichst körpernah.
Stellen Sie Handtaschen im Restaurant oder im Geschäft nie unbeaufsichtigt ab, auch nicht bei der Anprobe, auch nicht „nur kurz".
Nehmen Sie stets nur so viel Bargeld und nur die Zahlungskarten mit, die Sie wirklich benötigen.
Wenn sie reisen: Fertigen Sie eine Kopie von ihrem Personalausweis oder Pass an und lassen das Original im Hotel.
Seien Sie vor allem im Gedränge vorsichtig. Taschendiebe lassen sich am typisch suchenden Blick erkennen: Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute.
Grundlage: Boulevard Gran Canaria Magazin, E-35100 Playa de Inglés